SEO/SEM regulieren, ernsthaft?

Momentan scheint ein Beitrag auf TechCrunch hohe Wellen zu schlagen, er trägt den schönen Titel The Time Has Come To Regulate Search Engine Marketing And SEO. Also ein Kotau vor der SEO/SEM ist böse™-Fraktion.

Zuerst werden wieder Vergleiche mit Städten, Strassen, usw. gezogen, und wie die armen Suchenden “gezwungen” sind Google zu benutzen, gefolgt von der üblichen Google ist böse™-Tirade. Also nichts neues, nur diesmal hat sich TechCrunch für das Ganze hergegeben.

Allein diese zwei Sätze,

Those traffic generators that use rule-based algorithms to determine result sets must publicly disclose their methodologies. That is the means by which all businesses can compete freely in the organic and paid search marketplaces.

sind an Naivität nicht zu überbieten. Wenn alle wüssten, wie die Suchergebnisse berechnet werden, würde einfach nur eine weitere Runde der (Suchmaschinen-)Optimierung eingeläutet. Nur diesmal “gewinnen” diejenigen, die den publizierten Algorithmus am besten austricksen können. Diejenigen, die es jetzt immer noch nicht schaffen, finden ein völlig neues Betätigungsfeld. Einfacher gesagt, noch mehr Snake Oil. Ausserdem halte ich es für gewagt, eine Firma dazu zwingen zu wollen ihre Geschäftsgeheimnisse öffentlich zu machen.

Spielen wir trotzdem einmal mit. Was würde passieren? Durch die veröffentlichten Algorithmen – Microsoft und Yahoo müssten selbstverständlich ebenfalls offenlegen, wie die Suchergebnisse zustandekommen – könnte endlich die gewünschte Konkurrenz entstehen, und Suchmaschinen würden in Massen das Internet mit den eigenen Bots lahmlegen. Nicht dass ich gegen gesunde Konkurrenz wäre, aber ich kann mir schon vorstellen, wie die Headline des nächsten Beitrages des unbekannten Herren (?) aussehen würde.

The Time Has Come to Regulate the Number of Searchengines on the Internet!

Und dann kann TechCrunch den oben verlinkten Beitrag recyceln. 😉