Störer in der digitalen und der analogen Welt

In diesem Beitrag geht es um so genannte Störer. Hierbei sind Techniken gemeint, welche die Aufmerksamkeit eines potentiellen Kunden auf sich ziehen soll(t)en.

Was sind Störer?

Wer sich schon einmal in einem Supermarkt genauer umgesehen hat, dem/der werden die Störer aufgefallen sein. Damit wird auf Marketing-Deutsch alles bezeichnet, was das Auge ablenkt und/oder den geradesten Weg unterbricht. An den Regalen sind die Störer all jene Preisschilder, welche sich durch Farbe, Schriftgrösse, oder einer anderen optischen Anomalie gegen ihre Nachbarschaft abheben. Dagegen gibt es eigentlich nichts zu sagen.

Eine andere Variante sind kleine Regale oder Verkaufsstände, die genau so platziert sind, dass sie den Weg versperren oder verengen, auf dem sich die meisten Kunden(innen) normalerweise bewegen. Die Ratio der Marketingfachleute dahinter ist folgende: Wenn man schon nicht durchkommt, dann werden sich die Leute das beworbene Produkt ansehen. Ein beispielhafter Weg sich in die Psyche eines genervten Einkäufers zu versetzen, oder?

Störer gibt es auch im Internet

Nachdem alles, was im vorherigen Abschnitt beschrieben wurde, natürlich auch auf das Internet übertragen wird, gibt es auch Störer im Web. Richtig, Layer-Ads. Sie erfüllen die gleiche Aufgabe wie die Verkaufsstände, die in den Supermärkten im Gang den Weg blockieren. Auch hier lässt sich beobachten, dass man dieses Medium richtig oder falsch einsetzen kann.

Erfolgsaussichten von Störern

In der analogen Welt, a.k.a. Supermarkt, scheinen sie ihren Zweck zu erfüllen. Wenn man sich die Gesichter der Leute genauer ansieht, die auf den Störer auflaufen, dann erkennt man meist die Befriedigung die bei dem Gedanken entsteht, den Störer mit Hilfe eines Vorschlaghammers auf Bodenniveau zu bringen. Mit ähnlichen Ideen scheinen sich auch all jene zu tragen, die statt der erwarteten Information mit etwas blinkendem konfrontiert werden, welches die selbige verdeckt. Anders lässt sich der Erfolg der Ad-Blocker wohl nicht erklären. (Die Fraktion, die mit Fundamentalopposition auf jegliche Art der Werbung reagiert, mal aussen vor gelassen.)

Störer richtig eingesetzt

Nur dass wir uns richtig verstehen, es ist vernünftig die Arbeit, die in einen Blog oder eine Website gesteckt wird, zu monetarisieren. Recherche kostet Zeit und eventuell Geld. Aber, eine Layer-Ad die auf den Klick auf das vermeintliche “Schliessen”-Symbol mit einem Pop-Under reagiert, unterscheidet sich in nichts von einem Störer im Supermarkt, der auf jeden Versuch auszuweichen mit einer Bewegung in die Gehrichtung des anzusprechenden Käufers reagiert. Also gilt in beiden Fällen, solange genügend Platz bleibt, um das “Hindernis” problemlos zu umgehen, wird die Botschaft sicherlich mit mehr Wohlwollen oder Interesse aufgenommen.

Auch diejenigen, welche die Werbung geschaltet haben, dürften ein vitales Interesse daran haben, dass die Botschaft ankommt, und nicht als Belästigung empfunden wird. Man sollte den Lesern(innen) durchaus zutrauen, dass sie bei Interesse auf den richtigen Knopf klicken. Wenn die Werbung auf Interesse stösst, funktioniert das auch ohne ihnen etwas unterzuschieben. Der Inhalt eines nicht gewünschten Pop-Unders hingegen, wird bestimmt in keiner guten Erinnerung bleiben; und das fällt auf den Inhalt, also die werbende Firma, zurück und nicht auf denjenigen, der die Werbung auf die Website gesetzt hat. Letzterer muss im ungünstigsten Fall damit rechnen, aus den RSS-Readern hinauszufliegen. Das System aber, welches die Werbung vertreibt, läuft Gefahr in Blacklists zu landen, die sich im Internet mit einer rasenden Geschwindigkeit verbreiten, keine schöne Aussicht, oder?

Was den Supermarkt betrifft, gilt analog (pun intended) genau das Gleiche wie für Websites, es gibt immer mehr als eine Möglichkeit. Wer nicht möchte, dass die potentiellen Kunden zur Konkurrenz abwandern, sollte genauer hinsehen, wie sie reagieren.

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