Ist der iPod Touch ein Problem für die Spieleindustrie?

Wenn man Keith Boesky glauben möchte, und seinen Post Apple’s Attempt to Reinvent the Game Business: Selling the Razors Edition liest, dann scheint Apple mit dem iPod Touch den Untergang der Spieleindustrie einzuläuten. (Ich weiss, dass der Post ziemlich lang ist, aber sehr lesenswert.)

Ich bin allerdings nicht ganz seiner Meinung.

Nintento DSi und PSP werden zum Spielen gekauft

Keith führt unter anderem an, dass die Handhelds von Nintendo und Sony von Personen gekauft werden, die wirklich spielen wollen. Wenn dem so wäre, warum versuchen die genannten Firmen dann permanent die Handhelds als “mehr als tragbare Spielekonsolen” zu vermarkten? Die Ausflüge der PSP als tragbarer Videoplayer waren nicht wirklich erfolgreich. Nintendos Ansatz neue Käuferschichten zu erreichen, war da schon erfolgreicher, aber auch hier wird versucht in neue Anwendungsgebiete vorzustossen. Für beide gilt aber, sich mit dem Platzhirsch bei Musik und Video – dem iPod – anzulegen haben schon viele versucht.

Ob der umgekehrte Ansatz – Handhelds für den Konsum von anderen Medien als Spielen anzubieten – (nennenswerte) Früchte tragen wird, darf also bezweifelt werden. Warum? Ganz einfach, weder Sony noch Nintendo können mit dem iTunes Store aufwarten. Hier haben die Benutzer eine einfach Möglichkeit fast alles zu erwerben, was ihr Herz begehrt.

Die Preisgestaltung

Keiths wichtigstes Argument ist die Preisgestaltung im AppStore. Wer ein Spiel im AppStore herausbringen möchte, muss gegen Spiele antreten, deren Preisgestaltung bei kostenlos beginnt. Ein vorhandenes Spiel auf den iPod Touch zu portieren kostet Geld und Zeit. Diese Kosten muss das Spiel wieder hereinbringen, keine Frage.

Also alles “Doom and Gloom”?

Meiner Meinung nach nicht. Wenn die Situation so wäre, dass günstige oder kostenlose Spiele eine Plattform für die grossen Publisher uninteressant machen, dann gäbe es schon längst keine Spiele für PCs mehr. Im Open-Source-Bereich finden sich eine Menge Spiele um die Wünsche der potentiellen Käufer zu befriedigen, sind alle Hersteller von Computerspielen welche nur kostenpflichtig zu erhalten sind Pleite gegangen? Offensichtlich nicht!

Fazit

Wer Geld für die Früchte seiner Arbeit bekommen möchte, muss sich einfach anstrengen. Wer viel Geld (verglichen mit kostenlos bis € 4,99) für seine Spiele haben möchte, muss einfach überzeugendes Marketing betreiben – natürlich für ein Produkt, welches auch einen entsprechenden Gegenwert darstellt.

Zu jammern, dass ein Spiel im AppStore unter all den anderen Angeboten “untergeht”, gilt nicht. Man kann auch direkt auf eine App im AppStore verlinken. Es bleibt dabei, überzeugendes Marketing, für ein Produkt das so gut ist, dass es auch gekauft wird, ist der einzige Weg. Es geht also darum über 20.000.000 potentielle Kunden davon zu überzeugen, dass ein Produkt sein Geld wert ist. IMHO, of course. 😉

Comments

  1. Gut zu Wissen. Kommt hier noch ein Folgeartikel? Möchte gern mehr darüber wissen. Kannst du mir per E-Mail weiterhelfen?

Speak Your Mind

*