Seit einiger Zeit grassiert die Nur für kurze Zeit-itis in der Werbung. Es werden alle möglichen (und unmöglichen) Artikel feilgeboten, aber “Nur für kurze Zeit”. Was wollen uns die Werbetreibenden nun damit sagen?

  1. Uns fällt nichts mehr ein, deswegen stehen wir nicht so stark hinter dem Produkt, dass wir es länger ins Angebot nehmen würden?
  2. Wir wissen, dass die neue Geschmacksrichtung besser ist als alles was wir haben, daher wollen wir unsere eigentliche Produktlinie nicht kannibalisieren?
  3. Lauf gefälligst sofort los und gib uns dein Geld?
  4. Eine neumodische Variante von “RUF MICH AN! (Peitschenknall)™”?

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, eine Kombination von allen angesprochenen Deutungsmöglichkeiten. Vermutlich möchte man sich einfach nicht festlegen. (Da fällt mir doch das “bis zu” meines DSL-Anbieters ein.) Ausserdem dürfte der Punkt 2. sehr stark ins Gewicht fallen. Sollte sich herausstellen, dass die neue Geschmacksrichtung zu sehr die Zustimmung der Konsumenten(innen) treffen sollte, sich also die eingeführten Produktlinien einfach nicht mehr so gut verkaufen, dann kann man das Produkt schnell wieder vom Markt nehmen; es war ja nur “Für kurze Zeit”.

Es stellt sich nun aber die Frage, was ist aus der herkömmlichen Methode einfach ausgesuchte geographische Regionen als Testmärkte zu nutzen geworden? Findet das nicht mehr statt? Teurer als die neuen Versuchsballons kann die “alte” Methode eigentlich nicht sein.

Ich vermute jetzt einfach mal (daher der IMHO-Zusatz im Titel): Es geht darum zu zeigen, dass man immer noch “hip” ist, “das Ohr am Puls der Zeit hat”, oder man einfach ausprobieren will, ob sich das angepriesene Produkt in diesem neumodischen Twitter-Dingens niederschlägt. Neudeutsch etwa Consumeroriented-Social-Media-aware-Aural-and-Visual-Spamming. Oder es geht darum zu signalisieren, “Wir sind auch noch da”. Es heisst ja nicht umsonst invent or vanish, oder, in akademischen Kreisen, publish or perish.

Ich warte normalerweise ab, ob sich ernsthafte Verkaufsabsichten hinter den vollmundigen Versprechungen verbergen. Auf diese Weise erspare ich mir die Enttäuschung ein Produkt – welches mir ans Herz, respektive an die Geschmacksknospen, gewachsen ist – plötzlich nicht mehr im Regal vorzufinden. Ich harre also der Werbeaussage “Wir haben uns Gedanken gemacht, das Ganze durchkalkuliert, und Sie können den Artikel auch auf längere Sicht gesehen kaufen”. :mrgreen:

Ich bin gerade über den Beitrag Six Ways to Get More Juice from Your Freelancer in meinem RSS-Reader gestolpert. Sehr interessant und lesenswert.

Wie ich gerade bei Dave Winer im Post Must-have features for Twitter-killing gelesen habe, scheint Google seinen Gmail-Dienst etwas aufbohren zu wollen. (Den Beitrag bei NYT sollte man lesen bevor er hinter einer Paywall verschwindet.)

Was Daves Wünsche betrifft, kann ich einigen nur zustimmen. Gespalten bin ich bei der Begrenzung auf 140 Zeichen. Meinem Bauchgefühl zufolge würde eine grössere Anzahl erlaubter Zeichen dazu führen, dass die Benutzer(innen) die Listen der Leute denen sie folgen ausdünnen. IMHO, of course.

Da hätte ich mich doch fast an meinem ersten Espresso des Tages verschluckt: In einer der üblichen Google ist pöse™-Meldungen bei heise wird beschrieben, dass Google aktuell auch bei nicht angemeldeten Benutzern(innen) das Suchverhalten mittels Cookies bei den Suchergebnissen berücksichtigt. Soll heissen, dass bei der Darstellung der Suchergebnisse die User-Präferenzen aus den Klicks der letzten Suchen berücksichtigt werden. Soweit, so praktisch.

Unter dem üblichen Google-Bashing in den Kommentaren fragt jemand nach einem Add-On, mit welchem sich verhindern lässt, dass bei Suchanfragen nach Produkten immer Preisssuchmaschinen in den ersten Ergebnissen sind. Es mag an meiner Koffeinunterversorgung liegen, aber: RTFA! [Zweiter Espresso] Google kann es anscheinend niemandem recht machen, ich bewundere die Hartnäckigkeit der Firma.

Soviel zu meinem Whiskey-Tango-Foxtrott-Moment™ von heute. ;-)

20
Oct

Wenn es nach Chris Anderson geht, dann ja. Allerdings nicht aus altruistischen Gründen, sondern weil sich das Business von Firma zu Firma oder Person zu Person zu einer Dreieckskonstellation hin verlagert hat. Klingt seltsam? Dann sollte man sich den Beitrag mit dem Titel Free! Why $0.00 Is the Future of Business auf jeden Fall in Ruhe zu Gemüte führen.
(more…)

Wenn man Keith Boesky glauben möchte, und seinen Post Apple’s Attempt to Reinvent the Game Business: Selling the Razors Edition liest, dann scheint Apple mit dem iPod Touch den Untergang der Spieleindustrie einzuläuten. (Ich weiss, dass der Post ziemlich lang ist, aber sehr lesenswert.)

Ich bin allerdings nicht ganz seiner Meinung.
(more…)

Ich habe gerade bei Dave Winer einen Hinweis auf den Beitrag RSS: A good idea at the time but there are better ways now gefunden, und hatte mich kurz gewundert, warum Dave sich so aufregt. Dann habe ich den Beitrag gelesen und schallend gelacht.

Aus dem Beitrag:

I catch headlines on Yahoo News and Google News. I have a pretty extensive lineup of browser bookmarks to take me to sites that I scan throughout the day. Techmeme is always in one of my browser tabs so I can keep a pulse on what others in my industry are talking about.

Ich erspare mir jetzt jegliche Häme und werde es auch nur einmal in einem kurzen, prägnanten Satz bringen:
Die erwähnten Dienste basieren auf RSS.

Oder in Twitter-Lingo: #epic_fail. Try it again, Sam. ;-)

Und was die Studie betrifft:

According to a Forrester Research study about the reach of social technologies, only nine percent of U.S. online adults said they use an RSS feed monthly, down from 11 percent the year before.

Es wäre interessant zu wissen, auf welche Weise die befragten Personen ihren Nachrichtenhunger befriedigen. Ich traue mir zu wetten, dass fast alle – auf die eine oder andere Art – ihre Nachrichten per RSS bekommen, ohne es zu wissen.

Nachdem ich, unter anderem, auch als Freelancer im Bereich Apple tätig bin, hier der Hinweis auf einen interessanten Blog: Freelance Apple befasst sich mit Fragen rundherum um die Tätigkeit als “Freie(r)”, nicht ausschliesslich auf Apple bezogen.

Sehr interessanter Lesestoff und eine Empfehlung für den RSS-Reader.

Momentan scheint ein Beitrag auf TechCrunch hohe Wellen zu schlagen, er trägt den schönen Titel The Time Has Come To Regulate Search Engine Marketing And SEO. Also ein Kotau vor der SEO/SEM ist böse™-Fraktion.

Zuerst werden wieder Vergleiche mit Städten, Strassen, usw. gezogen, und wie die armen Suchenden “gezwungen” sind Google zu benutzen, gefolgt von der üblichen Google ist böse™-Tirade. Also nichts neues, nur diesmal hat sich TechCrunch für das Ganze hergegeben.

Allein diese zwei Sätze,

Those traffic generators that use rule-based algorithms to determine result sets must publicly disclose their methodologies. That is the means by which all businesses can compete freely in the organic and paid search marketplaces.

sind an Naivität nicht zu überbieten. Wenn alle wüssten, wie die Suchergebnisse berechnet werden, würde einfach nur eine weitere Runde der (Suchmaschinen-)Optimierung eingeläutet. Nur diesmal “gewinnen” diejenigen, die den publizierten Algorithmus am besten austricksen können. Diejenigen, die es jetzt immer noch nicht schaffen, finden ein völlig neues Betätigungsfeld. Einfacher gesagt, noch mehr Snake Oil. Ausserdem halte ich es für gewagt, eine Firma dazu zwingen zu wollen ihre Geschäftsgeheimnisse öffentlich zu machen.

Spielen wir trotzdem einmal mit. Was würde passieren? Durch die veröffentlichten Algorithmen – Microsoft und Yahoo müssten selbstverständlich ebenfalls offenlegen, wie die Suchergebnisse zustandekommen – könnte endlich die gewünschte Konkurrenz entstehen, und Suchmaschinen würden in Massen das Internet mit den eigenen Bots lahmlegen. Nicht dass ich gegen gesunde Konkurrenz wäre, aber ich kann mir schon vorstellen, wie die Headline des nächsten Beitrages des unbekannten Herren (?) aussehen würde.

The Time Has Come to Regulate the Number of Searchengines on the Internet!

Und dann kann TechCrunch den oben verlinkten Beitrag recyceln. ;-)

Ausser dem SEO Flüsterer benutzen viele WordPress um kleine oder auch grössere Projekte schnell zu starten. Mit dem Erscheinen der Version 2.8 bieten sich neue Möglichkeiten der Themegestaltung, zur Inspiration würde ich zusätzlich noch empfehlen einen Blick auf den Beitrag 10 astonishing CSS hacks and techniques bei zu werfen. Wenn man sowieso schon beim Überarbeiten ist… ;-)

Ausserdem sollte man als WordPressnutzer(in) auch den RSS-Feed von Digging into WordPress in den Reader der Wahl aufnehmen. Einer der Autoren ist Chris Coyier, der vielen durch sein Projekt CSS-Tricks bekannt sein dürfte. Digging into WordPress ist der Begleitblog zu einem Buch, welches im Herbst erscheinen soll.

Update: Der SEO Flüsterer scheint es sich, zumindest momentan, auch anders überlegt zu haben. Aber so wie es aussieht, hatte er mit der Entscheidung nichts zu tun. Fragen über Fragen.